Auf fast jedem Spiel steht eine Zahl. Eine 0, eine 6, eine 12, eine 16 oder eine 18. Die meisten denken, die Zahl sagt nur, wie gruselig ein Spiel ist. Das stimmt so nicht.
Die Zahl ist wie ein Hinweisschild am Wegrand. Sie sagt: Hier gibt es etwas, das für kleinere Kinder nicht passt. Manchmal sind das gruselige Bilder. Manchmal ist es aber etwas ganz anderes, nämlich Tricks, mit denen ein Spiel an dein Geld will.
Deshalb kann ein Spiel ganz niedlich aussehen, bunt, freundlich, ohne eine einzige Waffe, und trotzdem eine hohe Zahl tragen. Dann hat die Zahl einen Grund. Du musst ihn nur finden.
Die Zahl schaut nicht darauf, wie süß ein Spiel aussieht. Sie schaut darauf, was darin passiert.
Daran merkst du, dass ein Spiel an dein Taschengeld will
Findest du eines davon in einem Spiel, weißt du schon sehr genau, warum die Alterszahl dort steht.
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Kistchen mit Überraschung
Du bezahlst für eine Kiste oder ein Kartenpack und weißt vorher nicht, was darin ist. Meistens ist es etwas, das du gar nicht wolltest. Das Spiel hat dein Geld trotzdem.
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Ein Glücksrad, das sich dreht
Rad drehen, Lichter blinken, Trommelwirbel. Am Ende entscheidet der Zufall, nicht dein Können. So etwas gibt es sonst nur an der Losbude, und da gewinnt fast immer die Bude.
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Eine Uhr, die rückwärts läuft
„Nur noch heute!“ oder „Nur noch 3 Minuten!“ Diese Eile ist eingebaut. Sie soll verhindern, dass du in Ruhe nachdenkst oder deine Eltern fragst.
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Eine eigene Spiel-Währung
Du bezahlst nicht mit Euro, sondern mit Münzen, Juwelen oder Sternen. Die fühlen sich an wie Spielgeld. Gekauft wurden sie aber mit echtem Geld.
So bleibst du schlauer als der Trick
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Bevor du ein neues Spiel lädst, schaust du mit deinen Eltern auf die Alterszahl. Und ihr überlegt zusammen: Warum steht sie da?
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Im Spiel kaufst du nichts allein, auch nicht die kleinste Münzpackung. Fragen kostet nichts, ein Kistchen schon.
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Läuft irgendwo eine Uhr rückwärts, machst du das Gegenteil: langsam werden. Steh auf, trink etwas, komm wieder. Ein gutes Spiel ist auch morgen noch gut.
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Rechne Juwelen in echtes Geld um. Frag deine Eltern, was die Packung kostet, und überleg, was du dir sonst dafür kaufen könntest.
Stell dir vor
In deinem Lieblingsspiel geht ein buntes Fenster auf: „Geheime Kiste, nur noch heute!“ Sie kostet 200 Juwelen. Eine Freundin aus deiner Klasse sagt, sie habe schon drei gekauft und eine davon sei richtig gut gewesen.
Rakis Antwort: Erst einmal nichts anklicken. Zeig das Fenster deinen Eltern und entscheidet gemeinsam. Gleich drei der vier Zeichen stecken darin: eine Kiste, deren Inhalt du nicht kennst, eine eigene Währung und eine Uhr, die drängelt.
Und deine Freundin? Die ist deshalb nicht dumm. Solche Fenster sind von klugen Leuten gebaut worden, damit sie schwer zu widerstehen sind. Wer den Trick einmal kennt, fällt beim nächsten Mal nicht mehr darauf herein.
Die Alterszahl ist ein Hinweisschild, kein Hindernis.
Sie warnt nicht nur vor Gewalt, sondern auch vor Geld-Tricks.
Schon einmal etwas gekauft? Dann sag es deinen Eltern in Ruhe. Du bekommst dafür keinen Ärger, weil du nichts angestellt hast. Wenn dich im Netz etwas bedrängt oder dir Angst macht, findest du auf unserer Hilfe-Seite Menschen, die dir sofort helfen.
In Kürze
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Die Alterszahl bewertet längst nicht mehr nur Gewalt. Die deutsche USK bezieht seit einigen Jahren mit ein, ob ein Spiel zum Kaufen drängt oder mit Glücksspielmechanik arbeitet.
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Das europäische System PEGI zieht seit Juni 2026 nach: Neue Spiele mit bezahlten Zufallsinhalten bekommen mindestens eine 16.
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Ehrlich dazu: Für Spiele, die längst eingestuft sind, ändert sich nichts von allein. Ein alter Titel behält seine alte Zahl, auch wenn Kistchen darin stecken.
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Praktisch vor dem nächsten Kauf: die Alterszahl gemeinsam im Store lesen und danach selbst nachsehen, ob Kistchen, Kartenpacks oder ein Glücksrad im Spiel stecken. Genau das ist der teure Teil.
Drei Fragen, dann hast du es.
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Stark, jetzt liest du das Hinweisschild.
Du weißt jetzt, warum auch ein niedliches Spiel eine hohe Zahl tragen kann, und woran du die Tricks erkennst, die an dein Taschengeld wollen.