Anlass: Reagiert auf das gemeinsame Vorgehen der Verbraucherschutzbehörden der EU-Länder vom Oktober 2026 gegen elf Spielefirmen wegen Spielwährungen und Kaufdruck bei Kindern.
In vielen Spielen, die auch Kinder spielen, steht beim Gegenstand selbst kein Preis in Euro. Ob Candy Crush, Minecraft oder Clash of Clans: Bezahlt wird mit Edelsteinen, Münzen oder Goldbarren. Ein ausgedachtes Beispiel: 500 Edelsteine kosten 4,99 Euro, das neue Outfit kostet 380 davon. Übrig bleiben 120, und der nächste Wunsch kostet 150. Wer wissen will, was etwas wirklich kostet, muss zweimal umrechnen, und weil die Pakete nie genau aufgehen, bleibt fast immer ein Rest, der zum nächsten Kauf lockt.
Dazu kommen Angebote, die genau im ungünstigsten Moment aufspringen: wenn ein Level knapp verloren ist oder die Freunde schon weiter sind. Oft läuft daneben eine Uhr, „nur noch 2 Stunden“. Erwachsene merken meist, dass hier gedrängt wird. Kinder spüren vor allem den Wunsch und die Eile. Mit Edelsteinen fühlt sich Bezahlen an wie Spielen und nicht wie Geldausgeben, und genau dafür ist es gebaut.
Das sehen inzwischen auch die Verbraucherschützer in Europa so. Anfang Oktober 2026 haben die zuständigen Behörden der EU-Länder gemeinsam angekündigt, gegen elf Spielefirmen vorzugehen. Gefordert werden Preise in echtem Geld, keine versteckten Kosten, ein Widerrufsrecht von 14 Tagen auch für Käufe im Spiel und ein besonderer Schutz für Kinder. Bis sich in den Spielen selbst etwas ändert, kann es aber dauern.
Was Sie zu Hause tun können:
- Hinterlegen Sie am Konto Ihres Kindes keine Zahlungsmethode. Soll Geld ins Spiel fließen, dann über eine Guthabenkarte mit festem Betrag. Ist sie leer, ist Schluss.
- Schalten Sie in der Familienverwaltung Ihres Handys die Kaufgenehmigung und eine Ausgabengrenze ein. Dann landet jeder Kaufwunsch zuerst bei Ihnen.
- Vereinbaren Sie eine Familienregel für Käufe, zum Beispiel: Gekauft wird nur gemeinsam und nie, während eine Uhr läuft.
Für heute: Setzen Sie sich mit Ihrem Kind vor sein Lieblingsspiel und rechnen Sie gemeinsam aus, wie viel echtes Geld in 500 Edelsteinen steckt. Und wenn das nächste Mal eine Uhr herunterzählt, sagen Sie es ruhig laut: Die Uhr ist ein Trick. Ein gutes Angebot muss nicht drängeln.
Passend dazu aus der Lernwelt: „Gratis ist nicht immer gratis“, „Der Klick, der Geld kostet“, „Abos, die sich verstecken“.